Shopware 6 oder Shopify – welches Shopsystem passt zu einem Schweizer Unternehmen?

Shopify und Shopware 6 stehen für zwei unterschiedliche Philosophien. Shopify nimmt Ihnen den technischen Betrieb weitgehend ab: Hosting, Updates und Sicherheit laufen im Hintergrund, dafür bewegen Sie sich innerhalb des Plattformrahmens. Shopware 6 ist quelloffen und frei hostbar – mehr Verantwortung, aber auch mehr Gestaltungsspielraum. 

Für Schweizer Unternehmen lohnt sich deshalb ein Vergleich, der über den Funktionsumfang hinausgeht: Wie gut lassen sich bestehende ERP-Systeme anbinden? Wie hoch sind die laufenden Kosten inklusive Apps und Transaktionsgebühren? Und wie wichtig ist es, dass Daten und Erweiterungen langfristig in eigener Hand bleiben?

Next AG setzt bei der Entwicklung individueller Online-Shops auf Shopware 6 und bietet keine Shopify-Projekte an. Wir kennen Shopify als relevante E-Commerce-Plattform und beziehen das System in diesem Vergleich ein, um die Unterschiede transparent aufzuzeigen und Unternehmen eine fundierte Entscheidungshilfe zu bieten.

Shopware 6 und Shopify im direkten Vergleich

KriteriumShopware 6Shopify
BetriebsmodellFrei hostbar, auch in der SchweizGehostete Plattform des Anbieters
IndividualisierungHohe technische Freiheit im CodeÜber Themes, Apps und definierte APIs
SchnittstellenIndividuelle ERP- und PIM-IntegrationenÜber Apps und APIs, je nach System unterschiedlich
B2BKundengruppen und Preislogik tief verankertAbhängig vom gewählten Plan und Modell
KostenstrukturHosting, Entwicklung, WartungAbo, Apps, teilweise Transaktionsgebühren
DatenhaltungFrei wählbarAuf der Plattform des Anbieters

Wann eignet sich Shopware 6?

Wenn individuelle Schnittstellen, B2B-Prozesse, ERP- oder PIM-Anbindungen und technische Kontrolle wichtig sind. Auch bei besonderen Anforderungen an Datenhaltung oder an schweizspezifische Zahlungs- und Versandprozesse spielt Shopware seine Stärken aus.

Wann eignet sich Shopify?

Wenn ein schneller Start zählt, das Sortiment überschaubar ist und möglichst wenig eigener technischer Betrieb gewünscht wird. Für D2C-Marken mit standardisierten Abläufen ist das oft der pragmatischste Weg.

Welche Kosten sollten verglichen werden?

Nicht nur Lizenz oder Abo, sondern die Gesamtrechnung über mehrere Jahre: Hosting, Apps und Plugins, Entwicklung, Transaktionsgebühren, Wartung und Schnittstellen. Gerade Apps und Transaktionsanteile verändern das Bild bei wachsendem Umsatz deutlich.

Wann passt keines der beiden Systeme?

Wenn Produkte, Inhalte oder Prozesse ein stark individuelles Datenmodell verlangen und Standardstrukturen dauerhaft im Weg stehen, lohnt sich ein Blick auf Craft Commerce. Diese Ausgangslage kommt häufiger vor, als man denkt – etwa bei erklärungsbedürftigen Produkten, Konfiguratoren oder Sortimenten mit sehr eigenen Attributen.

Aus unseren Projekten

FAQ

Was ist der grösste Unterschied zwischen Shopware 6 und Shopify?

Shopify ist eine gehostete Plattform mit definiertem Rahmen, Shopware 6 ein quelloffenes System, das frei betrieben und tief angepasst werden kann. Daraus ergeben sich fast alle weiteren Unterschiede bei Kosten, Schnittstellen und Datenhaltung.

Welches System ist schneller startklar?

Bei standardisierten Anforderungen ermöglicht Shopify den schnelleren Einstieg. Sobald individuelle Prozesse oder ERP-Anbindungen dazukommen, relativiert sich dieser Vorsprung deutlich.

Welches System eignet sich besser für individuelle Schnittstellen?

Shopware 6. Weil der Quellcode offen ist und die API weit reicht, lassen sich Integrationen zu ERP, PIM oder branchenspezifischen Systemen präzise umsetzen – auch dann, wenn kein fertiger Connector existiert.

Ist Shopify für Schweizer Unternehmen geeignet?

Grundsätzlich ja. Zu prüfen sind unter anderem Zahlungsarten, Versandlogik, Mehrwertsteuer, ERP-Anbindung und die Frage, wo die Daten liegen sollen.

Welches System eignet sich besser für B2B?

Bei komplexen B2B-Prozessen mit individuellen Preisen, Kundengruppen und enger ERP-Anbindung ist Shopware 6 meist die tragfähigere Basis. Shopify bietet ebenfalls B2B-Funktionen, deren Eignung jedoch stark vom gewählten Plan abhängt.

Kann Shopware 6 mit einem PIM verbunden werden?

Ja, häufig mit Akeneo PIM. Das ist besonders sinnvoll, wenn Produktdaten zentral gepflegt und in mehrere Kanäle ausgespielt werden sollen.

Lässt sich ein Shopify-Shop später zu Shopware migrieren?

Ja. Produkte, Kunden und Bestellungen lassen sich exportieren und übernehmen. Individuell sind vor allem Themes, App-Funktionen und Automatisierungen, die im Zielsystem neu abgebildet werden müssen.

Gibt es eine pauschale Empfehlung?

Nein. Entscheidend sind Geschäftsmodell, Prozesse, Schnittstellen, Budget und die Frage, wie flexibel der Shop langfristig sein soll. Ein strukturierter Vergleich anhand der eigenen Anforderungen ist jeder pauschalen Empfehlung überlegen.

Nicht sicher, welche Lösung passt?

Wir schauen uns Ihre Ausgangslage an und ordnen die Optionen ein – unverbindlich. Anforderungen gemeinsam prüfen